Freitag, 30. November 2012

20 Cent mehr ...

Nachdem ich im Radio von diesem Brand in der Textilfabrik  soooo weit weg ( aber es geht uns doch was an , oder ? )  gehört , und in der " Zeit " etwas mehr über die Hintergründe gelesen habe .... bin ich tief deprimiert !
13 Cent kriegen die Näherinnen für das T-shirt , was wir für 4,99 Euro gern mal shoppen !!!!! Zudem riskieren sie jeden Tag ihr Leben
Ich dachte den ganzen Tag , was wäre , wenn ich so ein Shirt kaufe , an der Kasse sehr deutlich 20 Cent mehr hinlege mit dem Hinweis " Das ist für die Näherin in Bangladesh ". Und was wäre , wenn viele das täten ?
Sehr nachdenkliche , sehr unsichere Grüsse  Dodo

Edit : Auch wenn sich bei dieser traurigen Geschichte scheint's nichts ( oder doch ? ) machen lässt ... eine gute Idee ist sicher die der MMM Crew, an einem anderen Ort mit Hilfe anzusetzen

Kommentare:

  1. Liebe Dodo,
    leider wäre das keine Garantie, dass das Geld auch wirklich an die Näherin geht. Sehr wahrscheinlich freut sich die Einzelhändlerin/ der Einzelhändler darüber. LG

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Schon klar , dass das Geld erstmal nicht an die Näherin geht . Die Idee wäre , was machen Hasi und Mausi ect. wenn aus vielen Filialen gemeldet wird , dass da ein merkwürdiger " Überhang " im Kassensturz besteht , und wenn die befragten Kassiererinnen alle die gleiche Antwort gäben : Für die Näherin
      LG Dodo

      Löschen
  2. In einem Radiobeitrag habe ich mal gehört, dass es tatsächlich nur solche Centbeträge wären, um die ein Kleidungsstück teurer sein müsste, um die Näherinnen verhältnismäßig gut zu bezahlen. Weil eben der Nählohn so ungeheuer wenig an der Gesamtkalkulation ausmacht. Aber wie könnte man das verwirklichen, solange alle gedankenlos den Kram kaufen, und Industrie und Politik eher ein Interesse daran haben, dass die Armen möglichst arm bleiben? Da bin ich auch völlig ratlos.

    viele Grüße!

    AntwortenLöschen
  3. Der " Zeit " Artikel war ziemlich gut , er beeinhaltete auch , dass natürlich auch viele Menschen hier auf sehr preiswerte Artikel angewiesen sind , aber auch , dass solange wir das förden , sich dort nichts ändern wird . Meine Idee war , dass man vielleicht mit diesen 20 Cent mehr die Anbieter dazu bringen könnten ( durch " Stören " ihrer Abrechnungen ), dass sie überlegen , ihre Zulieferer bzw. deren Arbeitsbedingungen stärker zu kontrollieren
    LG Dodo

    AntwortenLöschen
  4. Es ist frustrierend, wie wenig so ein Vorfall die Menschen aufrüttelt! Wie stur sie weiterhin an ihrem Konsumverhalten festhalten!
    Ja, natürlich seh ich auch, daß nicht jeder teure Kleidung kaufen kann, aber ist es nicht so, daß die Sachen gar nicht "aufgetragen" werden, sondern in Massen die persönlichen Kleiderschränke verstopfen?
    Ich bin gerade sehr wütend, weil wir aktuell verhindern wollen, daß sich C&A hier in unserer Stadt am Stadtplatz ansiedelt. Dabei geht es natürlich auch um historische Bausubstanz, die unwiederbringlich zerstört werden wird ... aber an den Reaktionen der BürgerInnen kann man sehen, wie wenig sie informiert sind über die Hintergründe dieser Billiganbieter. Wie egal es den einzelnen ist, was dahinter steht, solange es nicht den eigenen Geldbeutel betrifft. Sorry, Dodo ... ich hab mich grad in Rage geredet, aber das ist eben GENAU mein Thema!!!

    Christel

    AntwortenLöschen
  5. Ich wiederhole mich gerne: Die Rechnung billig = Ausbeutung, teuer = faire Produktion geht nicht auf! Die weltweite Kleiderproduktion ist menschenverachtend und ausbeuterisch. So wie im aktuellen Fall wird fast alles produziert. Auch Marken. Auch der Blazer für 300,- Euro kommt da her. Es gibt über den Preis beim Einkauf kaum ein Entrinnen. Wer da raus will, als Verbraucherin, muß das Konsumverhalten ändern.

    LG, Bronte

    AntwortenLöschen
  6. Ja, Bronte ... ich weiß!
    Aber wenn so ein Skandal aktuell in den Medien ist, hilft es vielleicht genau eben diese Marke zu boykottieren, als Zeichen dafür, daß es den Konsumenten eben nicht völlig egal ist, woher die Sachen stammen ...

    Ich für meinen Teil, kann wenigstens versuchen, so zu kaufen, daß ich mein Gewissen nicht belaste. Da stehen wir aber ziemlich alleine, mit dieser Ansicht ... das wird kein Umdenken der Allgemeinheit bewirken und somit auch die Situation der Näherinnen nicht verbessern!

    Christel

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Da hast du Recht. Und ist nicht das Wegsehen das Furchtbare? "Man" regt sich kurz auf, wenn wieder ein Bericht in den Medien war und dann kommt der nächste "Skandal" und es ist vergessen. Und sobald es heißt, das eigene Konsumverhalten müßte sich ändern, sind alle ganz aktiv - im Wegschauen... Ich beobachte dieses Thema jetzt seit 20 Jahren - oder sind es 30? Es hat sich nichts verändert. So ein Boykott kann Veränderungen bewirken. Aber gibt es das heute noch? Richtig viele Leute, die das über Jahre durchziehen. "Kauft keine Früchte aus Südafrika" hat was geändert. Aber der Weg war lang. Mich regen die "Aufreger der Woche" auf. Wenn ich dann sage, ich kaufe nur bei Hess Natur oder sec. Hand und zerschneide alle abgelegten Kleider, bevor ich sie entsorge, damit sie nicht in Afrika landen, wird mir gesagt, ich sei hart. Konsum auf Kosten anderer und wegwerfen ("spenden") mit immensen Schäden im Gefolge ist hingegen nett und charmant.
      "Wir" kaufen mehr als wir brauchen und entsorgen es auf Kosten der Ärmsten. Wir produzieren Konsumartikel als wären unsere Ressourcen unerschöpflich. Und nur wenn es brennt kommen wir nicht umhin kurz hinzugucken.

      Die Armut in dieser Welt machen wir mit unserer Lebensweise. Aber, wer will das denn wissen?? Umdenken? Wer will das? Ich sehe täglich so viele Leute wegsehen, im Großen, wie im Kleinen, dass es mich graust.

      LG, Bronte

      Löschen
    2. Ach Bronte , Du hast leider so recht : Das Wegsehen , die schnelle Abfolge der " Skandale " in den Medien , und damit verbunden , dass sich letztlich über nichts mehr aufgeregt wird , weil morgen gibt 's ja schon den nächsten " Aufreger " .... Boykott aller Kaufkleidung ist in diesem Fall auch nicht das Ei des Kolumbus . Selbst wenn man wie beim Obst aus Südafrika viele fände , würde man die Näherinnen des Jobs berauben ...Und ich habe bei einem Aufenthalt in Indien z.B. gesehen , wie gross die Armut ist - unvorstellbar für uns , und da ist selbst so ein Job hochwillkommen. Mich graust es auch , weil man schier nichts tun kann . Dein Kleider zerschneiden finde ich übrigens extrem gut , dann kann mit den Überresten wenigstens keiner mehr Kohle machen
      LG Dodo

      Löschen
    3. ... macht meine Mutter schon seit -zig Jahren aus deeemselben Grund! Auch wenn's mir Geizkragen dabei immer das Herz zerreisst - sie scheint damit richtig zu liegen!
      Die 20 Cent 'Protest-Deponier-Aktion' muesste naemlich auch irgendwie dokumentiert werden, damit sie nicht einfach 'unter den Tisch' gestrichen werden kann - wer tut's/kann's ?!

      LG, Gerlinde

      Löschen
  7. .... Du traegst diese 20 Cents am Besten persoenlich zu den armen Dingern hinueber, denn sonst verschwinden sie mit 110 %iger Garantie im Geldbeutel eines 'armen Reichen Zwischen-Absahners' !!!
    Boykott ist das Mindeste und dann braeuchte man noch ehrliche Berichterstatter 'von drueben' um die (erhoffte) Aenderung zu kontrollieren!

    LG, Gerlinde
    (mit grimmig, rauchendem Gemuet hierzu!!! Sorry, Dodo, ist nicht gegen Dich - auch wenn Du da auch ein wenig 'rosa-brillig' (wie ich frueher auch) auf Besserung hoffst!)

    AntwortenLöschen
  8. Den Gedanken SYMBOLISCH 20 Cent an der Kasse zu hinterlassen finde ich gar nicht schlecht. Es würde eine Solidarität und ein Aufrütteln bedeuten. Es ist ja schon klar das die 2o Cent nicht zu den Nähern kommen. Aber es würde eine Störung im System bedeuten wenn es die Masse macht. Klar kann nicht jeder teuer kaufen (auch diese Ware wird im Ausland gefertigt) , aber es kann doch auch nicht sein das man Bekleidung zu wegwerfen kauft, wie ich es von vielen weiß. Die sagen für das wenige Geld kauf ich mir wieder was Neues........ Das regt mich auch furchtbar auf.
    Ich finde hier sind die Ausbeuter....
    LG
    Christine

    AntwortenLöschen
  9. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hier ist ein Interview mit dem oben erwähnten Doktoranden aus Bangladesh:
      http://www.zeit.de/studium/uni-leben/2011-02/interview-bangladesch

      Löschen
    2. Mich beschäftigt das Thema auch sehr. Bei meinem Blogbeitrag letzten Sonntag hatte ich es auch schon erwähnt. Heute war in unsere Lokalzeitung (RNZ) ein Artikel eines jungen Wissenschaftlers aus Bangladesh, der an der Uni Heidelberg zu diesem Thema arbeitet und selbst einmal sechs Monate in so einer Textilfabrik geschuftet hat und die grausamen Bedingungen am eigenen Leib erlebt hat. Er lehnt einen Boykott der Billigtextilien ab, um keine Arbeitsplätze zu gefährden. Ich bin da immer hilflos, weil ich denke, was nützt es die Kassiererin bei H&M anzusprechen auf die Herstellungsbedingungen, aber dann doch das Shirt zu kaufen? Welches Druckmittel haben wir in dem Fall? Vielleicht wäre tatsächlich die 20 Cent Aktion eine Möglichkeit, wenn sich viele beteiligen würden. Oder vielleicht eine Mail- oder Briefflut an die Zentrale der großen Bekleidungsketten?
      Vor allem müssen wir aber weg von der Wegwerfmentalität. Dadurch dass die Kollektionen ständig wechseln, entsteht nämlich auch ein enormer Druck auf die ArbeiterInnen, die immer schneller immer mehr produzieren müssen.
      Hilflose Grüße
      Susanne

      Löschen
    3. Ganz Deiner Meinung!Und auch genauso hilflos, leider.
      habe vor vielen Jahren mal ein aufrüttelndes Buch von Nicholas Coleridge über das Thema gelesen:The Fashion Conspiracy:http://www.amazon.com/The-Fashion-Conspiracy-Remarkable-Journey/dp/0749300604
      Da geht es allerdings um sehr teueres Prèt á Porter.Ganz derselbe Mist.Also, was tun? Selbermachen, sich aber nicht das Leben vergrätzen, wenn man mal was kauft...hat ja keinen Zweck.
      Ich finde Dodos Anregung auf jeden Fall versuchenswert und wer weiss...
      Saludos
      Andrea

      Löschen